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Wie Brainformatik Verwaltung in Wachstum verwandelt hat

Manuelle Rechnungsstellung und fehlende DATEV-Anbindung kosteten das Finance-Team über 40 Stunden im Monat. Heute läuft die Abrechnung vollautomatisch – und der Cashflow steht in Echtzeit.

STECKBRIEF

Branche
IT & SaaS
Mitarbeitende
20
Region
Bayern, Kunden in DACH
Produkt
brainX APP
Use Case
Vollautomation der Abrechnung
Umstellung
6 Wochen bis Go-live
Verhältnis zu brainX
Schwesterunternehmen

VORHER → NACHHER

ZAHLEN AUS DER EIGENEN EINFÜHRUNG

Finance-Aufwand pro Monat

−90 %
40 h4 h

Rechnungen entstehen aus den Verträgen. Was früher einen halben Tag dauerte, ist heute Kontrolle in unter einer Stunde.

Wartezeit bis zur Rechnung

+14 Tage Cashflow
Ø 14 Tage0 Tage

Rechnungen werden mit Vertrags- oder Projektstart ausgelöst statt im Monatslauf – im Schnitt 14 Tage früher beim Kunden.

Lohnkosten neu investiert

PRO JAHR
0 €30.000 €

Die Stunden, die früher in Rechnungsarbeit flossen, stecken heute im Kundengeschäft.

KAPITEL 01 — AUSGANGSLAGE

Wir bauen Software – und rechneten selbst in Excel

Die Brainformatik GmbH, Schwesterunternehmen von brainX, entwickelt seit 2014 integrierte Unternehmenssoftware und betreut über 300 Kunden in der DACH-Region. Die eigene Verwaltung wuchs mit – nur eben nicht in einem System. Verträge lagen als PDF auf dem Netzlaufwerk, die Laufzeiten in einer Excel-Tabelle, Rechnungen entstanden aus einer Word-Vorlage, Belege gingen als Sammelmail an die Steuerberatung.

Jedes dieser Werkzeuge funktionierte für sich. Zusammen ergaben sie keinen Prozess, sondern eine Kette von Übergaben, die nur hielt, solange jemand daran dachte. Über 40 Stunden im Monat gingen für Verwaltung drauf – Zeit, die in der Wertschöpfung fehlte.

AUFGABEWERKZEUG VORHERBRUCHSTELLE
VertragsübersichtExcel-Tabelle auf dem NetzlaufwerkStand nur so aktuell wie die letzte Person, die sie geöffnet hat
RechnungsstellungWord-Vorlage, Nummernkreis von HandJede Position abgetippt, Zahlendreher fielen erst beim Abschluss auf
KündigungsfristenOutlook-SerientermineFristen ohne Bezug zum Vertrag – Verlängerungen wurden übersehen
BelegübergabeSammelmail an die SteuerberatungRückfragen per Mail, kein Rückkanal ins eigene System
LiquiditätsplanungMonatliche Auswertung per HandZahl war am Tag der Fertigstellung bereits veraltet
ForecastTabellenblatt pro QuartalVertriebsstand und Vertragsstand passten nie zusammen

KAPITEL 02 — SELBSTVERSUCH

Zwei Jahre lang haben wir es selbst geflickt

Bevor überhaupt über eine Umstellung gesprochen wurde, ging das Team den naheliegenden Weg: besser organisieren. Die Rechnungsvorlagen wurden vereinheitlicht, die Vertragstabelle bekam Pflichtspalten und Makros für die Fristenberechnung, Kündigungstermine wanderten als Serientermin in Outlook, jede Rechnung lief durch ein Vier-Augen-Prinzip, und ein monatlicher Jour fixe zwischen Vertrieb, Consulting und Verwaltung sollte offene Punkte auffangen.

Für ein paar Monate wurde es tatsächlich besser. Dann wuchs das Kundenportfolio weiter, zwei Kollegen wechselten die Rolle, und die Struktur begann an genau denselben Stellen zu reißen wie vorher.

01

Disziplin ist kein Prozess

Jede Verbesserung hing daran, dass jemand daran denkt. Bei Urlaub, Krankheit oder Rollenwechsel fiel sie sofort aus.

02

Derselbe Stand, drei Mal gepflegt

Vertragsdaten lagen im PDF, in der Tabelle und in der Rechnungsvorlage. Wer welche Version glaubt, war Verhandlungssache.

03

Fehler wurden zu spät sichtbar

Auffällig wurde eine fehlende Position erst im Abschluss – oft Wochen nach der erbrachten Leistung.

04

Automatisierung endete an der Dateigrenze

Makros rechneten Fristen aus, aber niemand konnte daraus eine Rechnung, eine Mahnung oder einen Buchungssatz auslösen.

KAPITEL 03 — DER KIPPPUNKT

Der Monat, in dem die Verwaltung das Wachstum bremste

Auslöser war kein Fehler, sondern eine Rechnung, die niemandem auffiel. Ein Vertrag verlängerte sich automatisch, die Position stand nicht in der Tabelle, die Leistung wurde erbracht und nicht fakturiert. Bemerkt wurde es beim Quartalsabschluss – elf Wochen später.

In derselben Woche kam die Frage der Geschäftsführung, wie hoch der wiederkehrende Umsatz zum Jahresende liegt. Die Antwort brauchte zwei Tage Handarbeit und war am Tag der Auslieferung schon veraltet. Damit war klar: Das Problem waren nicht die Menschen, sondern die Ablage als Prozess.

WAS DER ZUSTAND REAL GEKOSTET HAT

40 h
Verwaltungsaufwand im Monat, verteilt auf drei Rollen
Ø 14 Tage
zwischen erbrachter Leistung und gestellter Rechnung
30.000 €
Lohnkosten im Jahr für Arbeit, die kein Kunde bezahlt
11 Wochen
bis eine nicht fakturierte Vertragsverlängerung auffiel

KAPITEL 04 — DIE ENTSCHEIDUNG

Warum am Ende die eigene Software den Zuschlag bekam

Die Entscheidung war weniger selbstverständlich, als sie klingt. Wer eine Software selbst entwickelt, prüft sie im eigenen Haus am härtesten – ein Werkzeug, das den eigenen Abschluss verzögert, fällt sofort auf. Verglichen wurden deshalb drei Wege: die bestehende Excel-Landschaft mit einem Fakturatool ergänzen, eine reine Buchhaltungslösung einführen oder Verträge, Abrechnung und Buchhaltung in brainX zusammenführen.

Die ersten beiden Wege hätten die Übergaben nur verschoben. Entschieden hat der Punkt, an dem die Kette bisher immer riss: der Weg vom Vertrag zum Buchungssatz.

AUSSCHLAGGEBEND

  • Verträge, Abrechnung und Buchhaltung in einem Datenmodell statt in drei Dateien
  • DATEV direkt angebunden – Buchungssätze ohne Zwischenexport
  • Prozesse konfigurierbar, ohne Entwicklung für jede Regeländerung
  • Hosting in Deutschland, Rechte und Protokollierung je Rolle
  • Vertrieb, Consulting und Verwaltung arbeiten auf demselben Stand

BEWUSST AUSGESCHLOSSEN

  • Ein weiteres Tool neben Excel und Outlook – die Übergaben wären geblieben
  • Reine Buchhaltungslösung ohne Vertragslogik
  • Parallelbetrieb in Tabellen „für den Übergang“
  • Individualprogrammierung für Sonderfälle, die wir auch abschaffen konnten

KAPITEL 05 — DIE UMSTELLUNG

Sechs Wochen, ohne Parallelbetrieb

Statt die alten Strukturen abzubilden, wurde der Ablauf neu geschnitten: erst entscheiden, was künftig gilt, dann konfigurieren. Aus dem gewonnenen Deal entstehen Auftrag und Projekt, wiederkehrende und variable Positionen werden fakturiert, die Buchungssätze gehen ohne Nacharbeit an DATEV.

  1. WOCHE 1

    Bestandsaufnahme statt Pflichtenheft

    Alle Vertragsarten, Abrechnungszyklen und Sonderfälle kamen auf den Tisch – mit der Frage, welche davon es künftig überhaupt noch geben soll.

    ERGEBNIS 6 Vertragsarten, 3 Abrechnungszyklen, 11 Sonderfälle – vier davon ersatzlos gestrichen.

  2. WOCHE 2

    Daten übernehmen und prüfen

    Kunden, Verträge, Preise und offene Posten aus Tabelle und PDF-Ablage, inklusive Dublettenabgleich. Felder, die niemand pflegte, blieben draußen.

    ERGEBNIS Über 300 Kundenakten mit vollständigen Laufzeiten, Fristen und Konditionen im System.

  3. WOCHE 3

    Abläufe als Regeln hinterlegen

    Abrechnungsläufe, Mahnstufen und Freigaben wurden einmal definiert – aus der Checkliste im Kopf wurde ein Regelwerk im System.

    ERGEBNIS Rechnungslauf, Mahnstufen und Freigabewege laufen ohne manuelle Erinnerung.

  4. WOCHE 4

    DATEV mit der Steuerberatung abstimmen

    Konten, Steuerschlüssel und Übergabeformat wurden gemeinsam mit der Steuerberatung eingerichtet und an echten Belegen getestet.

    ERGEBNIS Buchungssätze gehen ohne Nacharbeit, Rückfragen der Steuerberatung sanken auf Einzelfälle.

  5. WOCHE 6

    Go-live zum Monatswechsel

    Der erste vollständige Abrechnungslauf lief im neuen System – ohne Parallelbetrieb in Excel, mit Begleitung an den ersten drei Tagen.

    ERGEBNIS Alle Rechnungen des Monats an einem Vormittag, keine Nachkorrektur.

  6. MONAT 6

    Bilanz nach einem halben Jahr

    Der Monatsabschluss ist eine Auswertung, keine Aktion. Die alte Vertragstabelle wurde archiviert und nie wieder geöffnet.

    ERGEBNIS 4 statt 40 Stunden Verwaltungsaufwand im Monat, keine Nachkorrektur im Abrechnungslauf.

KAPITEL 06 — IM SYSTEM

Wie der Ablauf heute aussieht

So rechnet Brainformatik heute ab: vom Vertrag bis zur Übergabe an die Steuerberatung. Animation und Ansichten stammen aus brainX APP und zeigen Demo-Daten, keine Kundendaten von Brainformatik.

Der Abrechnungsweg in fünf Schritten: Vertrag, Vertrag ändern, Rechnungslauf, Prüfen und senden, Übergabe an DATEV.

Laufzeit, Abrechnungsintervall, Preiserhöhung und Kündigungsfrist stehen am Vertrag, nicht in einer Tabelle daneben.
Jede Rechnung kennt Fälligkeit und offenen Betrag. Mit dem automatischen Mahnlauf wird nach Regel gemahnt, nicht nach Erinnerung.
Einnahmen aus Verträgen und Rechnungen, Ausgaben und offene Posten in einer Ansicht, aktuell mit jeder Vertragsänderung.
Die Buchungsdaten gehen über den DATEV Buchungsdatenservice direkt an die Steuerberatung, ohne Sammelmail und Zwischenexport.

KAPITEL 07 — ERGEBNIS

Freigewordene Zeit, neu investiert

Vor der Einführung gingen über 40 Stunden im Monat dafür drauf, Rechnungen zu erstellen, Buchungssätze zu prüfen und Vertragsdaten zu pflegen, heute sind es rund 4. Die freigewordene Zeit wurde nicht gestrichen, sondern umgewidmet: rund 30.000 € Lohnkosten im Jahr, die heute im Kundengeschäft Wert schaffen.

Rechnungen, Mahnungen und Reportings laufen prozessgesteuert im Hintergrund, Vertragsänderungen fließen sofort in die Kennzahlen. Tippfehler und übersehene Verlängerungen gibt es nicht mehr: Seit der Umstellung gab es keine Nachkorrektur im Abrechnungslauf. Die Frage nach dem wiederkehrenden Umsatz ist heute ein Blick auf ein Dashboard, keine Zwei-Tage-Aufgabe.

Maria März, Finance-Koordinatorin, Brainformatik GmbH

Der Monatsabschluss war früher ein Tag, heute ist er eine Auswertung.

Maria MärzFinance-Koordinatorin, Brainformatik GmbH

WAS WIR AUS DER EIGENEN EINFÜHRUNG MITGENOMMEN HABEN

  1. 01

    Erst entscheiden, dann konfigurieren

    Die Woche, in der Sonderfälle abgeschafft wurden, hat mehr Aufwand gespart als jede Automatisierung danach.

  2. 02

    Kein Parallelbetrieb

    Solange die alte Tabelle weiterläuft, pflegen Menschen beide Welten – und keine davon richtig.

  3. 03

    Die Steuerberatung früh einbinden

    Konten und Übergabeformat vor dem Go-live abzustimmen hat den ersten Abschluss unspektakulär gemacht.